Wirtschaftliche Herausforderung!
Schaf-Länder die schon sehr früh für den Export produziert haben, kennen den Begriff „sich dem Markt anpassen“ schon lange. Für Wirtschafts- oder Fleischrassen mussten wir uns im Ausland nach entsprechender Genetik umsehen. Anfänglich wurden nur Widder zu Einkreuzungen bewilligt und später auch weibliche Tiere. Eine Rasse neu in der Schweiz zu etablieren braucht schon etwas Mut und Durchhaltewillen.
Es ist sehr interessant zu beobachten, dass es auch für die Züchter unserer Schweizer-Rassen eine Herausforderung bedeutet, sich mit etwas Neuem zu messen. Solche Situationen müssen Platz haben und können sich für beide Seiten positiv auswirken. Die Ueberlegungen und der Wunsch nach dem „anderen Schaf“ hat seinen Ursprung vielfach in wirtschaftlichen Anforderungen. Im Fachbuch „Zucht und Haltung des Schafes“ von 1970
von Nic. Issler u. G. Bivetti ist der Texel bereits bildlich erwähnt,
brauchte aber noch über 30 Jahre, bis er in der Schweiz Liebhaber fand.
Beim Texel war das Hauptaugenmerk immer auf die Bemuskelung gerichtet, darum ist er heute auf dem ganzen Globus als Wirtschaftsrasse so beliebt. Unabhängig vom unterschiedlichen Texel-Typ ihrer heutigen Herkunft, ob der kleine Holländer, der Beltex, der grössere aus Deutschland die mittelgrossen voll bemuskelten aus Frankreich, die Aufzählung könnte weitergehen, alle haben als zentrales Zuchtziel neben optimaler Raufutterverwertung, die Bemuskelung und die Fleischigkeit. Alle erbringen dadurch als Wirtschaftsrasse beste Resultate. Darum ist es auch überflüssig und naiv, zur persönlichen Profilierung den einen Typ gegen den anderen ausspielen zu wollen, weil jeder an seinem Standort die in ihn gesetzten Anforderungen bestens erfüllt.
Es gibt verschiedene Schafrassen an die heute hohe wirtschaftliche Anforderungen gestellt werden dürfen. Das „wirtschaftliche Schaf“ muss aber auch gefallen und sympatisch sein und Freude machen. Sind die letzteren Punkte nicht erfüllt, wird der Weg zum Erfolg steinig und hart sein. Schafzucht und Schafhaltung ist ein schönes Hobby, kann mit einer geeigneten Rasse aber auch eine sehr interessante, wirtschaftliche Herausforderung sein.
Ruedi Ruch Jan. 2012